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10. März 2026

Fabian Schwarzenbach

App-Tracking-Transparency (ATT): Deutsche Verlage fordern Kartellstrafe gegen Apple

Mehrere Verbände der deutschen Medien- und Werbewirtschaft haben die deutschen Wettbewerbsbehörden aufgefordert, gegen Apple vorzugehen. Sie kritisieren die vom Unternehmen vorgeschlagenen Änderungen an seinen App-Tracking-Regeln und verlangen eine Geldstrafe wegen möglicher Wettbewerbsverstöße.

Apple hatte zuletzt Änderungen an seinem App Tracking Transparency (ATT)-System vorgeschlagen. Dieses verlangt von Apps, Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis zu bitten, bevor sie deren Aktivitäten über verschiedene Apps und Websites hinweg verfolgen dürfen. Apple sieht die Funktion als wichtigen Baustein zum Schutz der Privatsphäre.

Die Vorschläge sollten auf Bedenken des deutschen Bundeskartellamts reagieren. Demnach wollte Apple unter anderem

  • neutral formulierte Einwilligungs-Dialoge für eigene und fremde Apps einführen
  • Wortlaut und Gestaltung der Abfragen stärker vereinheitlichen
  • den Einwilligungsprozess für Entwickler vereinfachen, damit diese Nutzer leichter um Zustimmung für werberelevante Datenverarbeitung bitten können.

Verlage sehen weiterhin Wettbewerbsprobleme

Vertreter von Verlagen, Werbeverbänden und der deutschen Markenartikelindustrie halten diese Änderungen laut Reuters jedoch für unzureichend. In einem gemeinsamen Schreiben an die Wettbewerbsbehörde argumentieren sie, Apples Vorschläge würden die ursprünglichen Wettbewerbsprobleme nicht lösen.

Aus Sicht der Branche würde Apple weiterhin als „Daten-Gatekeeper“ fungieren und bestimmen, wer Zugriff auf werberelevante Daten erhält und wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren dürfen. Dadurch würden Werbe- und Medienunternehmen im mobilen Werbemarkt benachteiligt.

Hintergrund: Konflikt um Werbedaten

Apples ATT-System steht seit seiner Einführung in der Kritik von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle stark auf personalisierte Werbung und Tracking angewiesen sind. Dazu zählen unter anderem große Werbenetzwerke und Social-Media-Plattformen. Apple verteidigt die Funktion hingegen als Maßnahme, die Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten gibt und mit europäischen Datenschutzregeln im Einklang steht.

5 Gedanken zu „App-Tracking-Transparency (ATT): Deutsche Verlage fordern Kartellstrafe gegen Apple“

  1. Ich hätte gerne einen zentralen Gatekeeper. Ein button der alles an Tracking und personalisierter Werbung verhindert. Sollen sie halt Werbung anzeigen die mich nicht interessiert, dann kaufe ich auch weniger Schrott 😅

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